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Rungenwagen Rmms 33 bzw. Rmm "Ulm" - KM1 und Märklin

#1 von Scio , 28.07.2014 10:14

Hallo -
ein "Brot- und Butter-Waggon" ist der zweiachsige Rungenwagen.

Märklin hat einen solchen Zweiachser jahrelang als (zu kurzes) Modell vertrieben. 2013 kam anlässlich der Spielwarenmesse die Neuheitenankündigung von KM1. Etliche Varianten des Waggons "Ulm" wurden angekündigt, und zwar in der Classic-Edition (= Mischbauweise). Wann das Modell lieferbar sein wird, steht noch nicht fest.

Kürzlich nun hat Märklin ebenfalls den "Ulm" als Neuheit angekündigt (das Modell soll im 1. Quartal 2015 lieferbar sein).






Abbildung: MÄRKLIN-Modell - Copyright by MÄRKLIN; hier urheberrechtlich zulässig im Rahmen der Produktvorstellung abgebildet.


LINK zu Märklin:
http://www.maerklin.de/de/produkte/detai...Fneuheiten.html


LINK zu KM1:
http://www.km-1.de/html/rmms_33__ulm_.html


Konstruktionszeichnungen siehe hier bei FROKLER:
http://www.modellbahnfrokler.de/archiv/z...g-r.html#rmms33


Literatur gibt´s z. B. hier:
https://shop.vgbahn.info/miba/shop/g%C3%...and+5-_237.html



Im Grunde wieder einmal eine Doppelentwicklung, die sich allerdings für beide Hersteller auszahlen wird, denn Rungenwagen sind auch als Ganzzüge mit unterschiedlicher Beladung stets gefragte Garnituren auf der Modellbahn.

Der Vorteil bei KM1 ist die Varianten-/Epochevielfalt. Möglicherweise auch eine bessere Detaillierung. Bei Märklin dürfte der Preis sich um 200,00 € einpendeln, womit das Märklin-Modell am Ende vielleicht bis 70 € günstiger sein könnte. Aber man wird sehen, wie sich das entwickelt.

Jedenfalls ist es m. E. zu begrüßen, dass auch Märklin die Vorbildtreue bei diesem wichtigen Rungenwagen-Modell Rmms 33 umsetzt.


 
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RE: Rungenwagen Rmms 33 "Ulm" - KM1 und Märklin

#2 von W. Schönberger , 28.07.2014 20:44

besten Gruß,

Schön , wieder mal von Ihnen zu lesen.

Zum Thema: Um diese wirklich unnötige Doppelentwicklung zu vermeiden, hätte
man sich in Göppingen auch für den R 20 (Stuttgart) entscheiden können. Als "Ersatz"
für den etwas zu kurzen bisherigen R 10 (ebenfalls Stuttgart)

Mit 12 100 mm gleich lang wie der Ulm, aber 7000 mm Achsstand, statt 8000 mm.

M.a.W. fast der identische Wagen, aber eben doch nicht ! Wäre möglicherweise die
intelligentere Lösung gewesen, egal welche "marketing-orientierte" Überlegung zugrunde
lag. Denn dann würden manche 1er gar Beide nehmen - auch im Ganzzugverband.


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RE: Rungenwagen Rmms 33 "Ulm" - KM1 und Märklin

#3 von Scio , 28.07.2014 22:33

Hallo -
ja, W. Schönberger - sehe ich prinzipiell auch so. Es wäre wirklich für den Modellbahner besser (und möglicherweise auch für den Absatz der Hersteller), wenn zwei unterschiedliche Typen zur Verfügung stünden. Dabei wäre aus meiner Sicht zwar auch der "Stuttgart" sinnvoll, aber auch Waggons des Typs Rlmms 56/58 - Kbs 442/443 (Neubauart) hätten was für sich (z. B. wären das rein optisch dann schon mal wieder andere Rungen als beim "Ulm").

http://www.modellbahnfrokler.de/archiv/full/rlmms58.png

Doppelentwicklungen sind nach meinem Eindruck oft "strategische Marktspielereien", die dem Kunden eher wenig bringen. Ist vielleicht sowas wie das Verhalten des Platzhirsches - jeder will zeigen, dass er es evtl. besser kann. Wir sehen das aktuell auch wieder bei der BR 75:

Dingler hat die Maschine bereits vor einiger Zeit hochpreisig und erstklassig herausgebracht (http://www.dingler.de/zS1-BR75.html), nun kommen (unterhalb des Dingler-Niveaus, wie anzunehmen ist) die Wettbewerber Märklin und KM1 mit ihren Ankündigungen zu diesem 1-Modell auf den Plan. Wobei KM1 mit 1.990 € Vorbestellpreis für die Premium-Maschine schon sehr attraktiv einsteigt.


Scio

 
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RE: Rungenwagen Rmms 33 "Ulm" - KM1 und Märklin

#4 von W. Schönberger , 29.07.2014 18:28

Hallo scio, (und die anderen Leser)

korrigiere ungern, tue es aber diesmal trotzdem:

denn: die schöne Dingler 75 war die bewährte WÜRTTEMBERGISCHE T 5, alias 75.0
Die KM1 und Märklin Lok hat ja die BADISCHE VIc, alias 75.4/10-11 zum Vorbild.

Allerdings gilt hier das selbe Argument wie beim Ulm. Da wäre aus Göppingen eine bad.
VIb, 75. 1-3 (die mit dem Dampfdom-Verbindungsrohr) sicher auch als Variante möglich
gewesen.

Allerdings ist - abgesehen noch von der sächs. 75 - nur die VIc als "Museumslok"
darstellbar. Nun ja, meine Vorentscheidung ist gefallen.


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RE: Rungenwagen Rmms 33 "Ulm" - KM1 und Märklin

#5 von Scio , 29.07.2014 22:44

Aaaah - besten Dank, W. Schönberger - Korrekturen sind immer wichtig!!

Klar, Dingler hat die WÜRTTEMBERGISCHE. Jetzt sehe ich das auch noch besser im Vergleich zwischen der Dingler-Maschine und dem Handmuster der KM1-Lok mit dem Vorbild aus Baden. M. E. erstaunlich übrigens, dass KM1 bereits ein sehenswertes Handmuster parat hat, um es zu zeigen - und die Erledigungsleiste schon bei 30 % steht. Da muss sich die Mannschaft in Göppingen wahrscheinlich beeilen, um aufzuschließen.


Viele Grüße!
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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II

#6 von Scio , 27.08.2016 11:11

Hallo -
schon seit 2015 auf dem Markt ist der neue Rungenwagen von Märklin.

Märklin erläutert wie folgt:
"Komplette Neukonstruktion des Modells in äußerst filigraner Kunststoff-Bauweise mit sehr vielen angesetzten Details. Ausführung der DRG mit Holzborden, seitlichen Holzrungen, stirnseitigen Stahlrungen und Bremserbühne. Alle Rungen sind natürlich vorbildgerecht abnehmbar und in den Rungenkästen zu verstauen. Systemkupplung montiert, Schraubenkupplung und Bremsschläuche liegen zusätzlich zur Montage bei. Gleisbogen befahrbar ab Mindestradius 1.020 mm. Länge über Puffer 37,8 cm. Beladen mit einem Modell eines Schienen-Lanz. Der Schienen-Lanz ist rollfähig in einer Metall-Echtholz-Bauweise umgesetzt und wird durch ein Echtholz-Ladegestell fixiert."


Modellfoto: Copyright by Märklin; hier urheberrechtlich zulässig abgebildet im Rahmen der Produktvorstellung!

Ich bestellte mir nun das mit rd. 380 € vergleichsweise teure DRG-Modell (Art. 58819) und bin gespannt, ob es mir zusagt.
> Es gibt übrigens von der Epoche-II-Ausführung inzwischen d r e i unterschiedliche Betriebsnummern (das sind die Märklin-Artikel 58818, 58819 und 58482).

Zum Modell meine Beurteilung später.


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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Subjektive Beurteilung!

#7 von Scio , 01.09.2016 16:08

Hallo -
noch etwas zum VORBILD des Rungenwagens "Gattungsbezirk Ulm" (ab 1942 Typ Rmm der Reichsbahn, Epoche II):

Dieser Rungenwagen (Ladegewicht 24,5 to, Eigengewicht nur 9,5 to) mit 8 m Achsstand unterscheidet sich von seinem Vorgänger, dem Rungenwagen Stuttgart (Achsstand 8 m; wurde 1943 zu „Rms“), durch ein anderes Sprengwerk und eine insgesamt noch stabilere Konstruktion. Ebenso hat er 72 mm starke Bodenbretter und der Bremserstand kann abgeklappt werden. Auch sind die Seiten- und Stirnwände so umklappbar, dass ein Befahren sowohl über Seitenrampen als auch über Stirnrampen möglich ist. Dabei sind die Stirnwände so bemessen, dass im umgeklappten Zustand Motorfahrzeuge auf den nächsten Wagen fahren können. Dadurch wurde das Befahren eines kompletten Zuges über eine Stirnrampe möglich. Die Scharniere sind so konstruiert, dass sie beim Überfahren nicht belastet werden.

Zur Bezeichnung:
"R" = Hauptgattungszeichen für Rungenwagen; "mm" = Nebengattungszeichen für Güterwagen mit mindestens 20 to Ladegewicht; der spätere Zusatz "s" bezeichnet die Geschwindigkeitsbegrenzung (= geeignet nur für Züge bis 100 km/h).




MODELL:

Nun kam der bestellte "Ulm" an, gleich ausgepackt, ausprobiert und fotografiert:

Verpackung:




Undefinierbare Zurüstteile, die allerdings in meiner Packung fehlten:




Zubehör: Originalkupplungen und Bremsschläuche:




Ein recht langer Karton:







Das Modell zugerüstet mit den beiliegenden Rungen (Holzrungen-Imitationen aus Kunststoff für die Seiten und Metallimitationen für die Fronten):















Der Boden des Rungenwagens:





Das Modell von unten: Gut detailliert!





Der Lanz-Traktor "in freier Wildbahn":








Meine rein subjektive Beurteilung des Märklin-Modells:

Positiv:

Weitgehend maßstäblich,
mit zahlreichen filigranen Teilen bestückt (Folge: leicht zerbrechlich!);
Unterseite ebenfalls recht gut detailliert;
Fahr- und Kupplungsverhalten in Ordnung;
insgesamt optisch gelungen!

Negativ:

Das Modell ist gewichtsmäßig extrem leicht, man hätte sich eine Metallplatte als Wagenboden vorstellen können;
der Wagenboden (= Bretteroptik) ist für ein Modell dieser Preisklasse "billig", zwar auf den ersten Block optisch nicht schlecht, aber die "Fototapete" wirkt bei näherem Hinsehen arg spielzeughaft;
für mich unakzeptabel, dass man stets den "Lanz" (kein schlechtes Modell) als Beladungszubehör mitkaufen muss (wenn man z. B. alle drei lieferbaren Betriebsnummern erwerben möchte);
die beigefügten Zurüstskizzen sind unverständlich (warum keinen Text als Erläuterung dazu?).







Mein Fazit:
Grundsätzlich ein schönes Modell (vor allem, wenn es noch patiniert wird),
> allerdings preislich nach meinem Gefühl mit rd. 380 € um gut 100 € arg überhöht.
> Dies im Vergleich zu Messingmodellen bzw. zu einem Modell der "Classic Edition in Kunststoff-Gemischtbauweise", z. B. zum (noch ausstehenden) KM1-Ulm (siehe hier: http://www.km-1.de/html/rmms_33__ulm_.html). Das Modell von KM1 wird zwar ohne ein Belademodell geliefert, aber zu einem Preis von 309/339 €. Den Lanz-Traktor hätte Märklin als Zubehörmodell separat anbieten können, denn er verteuert das Waggon-Modell m. E. unnötig. Salopp ausgedrückt: Sowas nervt!



N A C H T R A G:

Oben zeigte ich den "Zurüstzettel" und schrieb "undefinierbare Zurüstteile". Aber: Es verhält sich so, dass es sich um eine Skizzierung zum Verstauen der Rungen handelt. Hätte man seitens Märklin auch gleich als Erläuterung dazuschreiben können. Zwar eine Kleinigkeit, aber solche unnötigen "Rätsel" sind kundenunfreundlich - wie ich finde!


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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Subjektive Beurteilung!

#8 von Scio , 01.09.2016 20:54

Auf nachfolgendem Foto sieht man die Halterung zur Ablage nicht benutzter Rungen:



Zu den Daten der Beschriftung ist anzumerken:

Die Deklarierung seitens Märklin als "DRG" ist nicht korrekt, denn es handelt sich offensichtlich zwar um ein Epoche-II-Modell, aber um einen Wagen der "DRB" (= Abk. für "Deutsche Reichsbahn", ab 1937). Siehe zur Begriffserklärung diesen Thread hier im Forum: DEUTSCHE REICHSBAHN - Allgemeines, u. a. Begriff, Abkürzungen, unterschiedliche Embleme, Details zur Beschilderung usw.

Hinzu kommt, dass die Buchstaben "DR" auf den Rungen des Modells so bei Vorbildwaggons nach meinen aktuellen Recherchen nicht zu finden sind.
"DR" wurde in der fraglichen Zeit ab 1937 insbesondere als Abkürzung für "Deutsches Reich" benutzt, nicht aber für die Reichsbahn. Diese wurde - wie oben schon geschrieben - mit "DRB" abgekürzt. Nur die DDR hat ihre Reichsbahn nach Ende des WWII bis 1.1.1994 mit den Buchstaben "DR" abgekürzt.

Die Buchstaben "DR" sah man ab 1937 durchweg auf Personenwaggons, aber stets in Verbindung mit dem Hoheitszeichen (Reichsadler mit Hakenkreuz) und ausdrücklich als Abkürzung für "Deutsches Reich".

Bei Rungenwagen mag es die "Deutsches-Reich-Beschriftung" mit der Abkürzung "DR" evtl. bei einzelnen Serien gegeben haben.

> Fotos oder Berichte dazu fand ich nicht - aber vielleicht hat jemand dazu exakte Belege?

Wünschenswert wäre, wenn Modellentwickler auch solche geschichtlichen Sachverhalte präzise recherchieren und umsetzen.





Beladungsbeispiele WWII - der Modell-Waggon ist fast 40 cm lang:

a) Zwei kurze 1:32-Opel-Blitz-Zugmaschinen passen soeben auf die Ladefläche.




b) Sonder-Kfz. 7/1 der dtsch. Wehrmacht mit Vierlingsflak 2 cm.








Der Lanz wurde von mir nun probeweise mit einem Fahrer bestückt - bin gespannt, wann der erste Spur-1-Spezi dieses Ding motorisiert!? Kleinigkeit am Rande: Märklin hat "das Ding" sogar mit einem gefederten Sitz versehen .


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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Beschriftung "DR"

#9 von Scio , 03.09.2016 12:04

Hallo -
ergänzend zu meiner Kritik an der Beschriftung des Märklin-Epoche-II-Ulm der guten Ordnung halber folgende Fotos aus Epoche II:







Das heißt:
Auch Güterwaggons waren verschiedentlich (nicht aber durchgängig!) mit "DR" (Deutsches Reich) beschriftet.
> Insofern können sowohl a) Seitenwandbeschriftung und b) Rungenbeschriftung mit "DR" beim Märklin-Modell durchaus korrekt sein.

Was dennoch als Kritik bleibt, das ist die völlig falsche Deklarierung als "DRG"-Modell seitens Märklin.


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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Patinierung!

#10 von Scio , 03.09.2016 17:41

Hallo -
da für mich Rollmaterial "frisch aus der Schachtel" eher unattraktiv ist, musste der "Ulm" schnellstens zumindest vorpatiniert werden.

VORHER und NACHHER -

so sieht das Modell nun aus (aber das Finish fehlt noch):










Beim Patinieren, wenn man das Modell hin- und her wendet, stellt man noch Kleinigkeiten fest, z. B. fallen die Radnaben ab:







Unglücklich ist auch, dass auf der "Bodentapete" kleine Ringe (beim Vorbild zur Ladungsfestzurrung wichtig) aus Kunststoff quasi eingepresst sind.





Beim Patinieren (Pinseleinsatz) lösen sich diese Ringe - man hat kaum eine Chance, diese wieder richtig zu platzieren. Für mich ist sowas "halber Kram", unüberlegt - gut gemeint, aber schlecht ausgeführt.


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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Patinierung!

#11 von Scio , 05.09.2016 15:33

Hallo -
die Verwitterung des "Ulm" wurde nun von mir noch verfeinert. Die Patinierung ist in Pinseltechnik (Washing) erstellt, nicht mit Airbrush. Evtl. wird mit der Airbrush später noch etwas Staub fein aufgetragen.

Kontroll-Fotos zeigen mir Stellen, wo noch nachzuarbeiten ist. Beim Modell selbst fällt dies so nicht auf, aber die Vergrößerungen "entlarven" Fehler/Mängel.

> Bei diesem Modell mit Holzwänden und Holzrungen besteht (ganz anders als bei kompletten Stahlrungenwagen) eine gewisse Schwierigkeit, farblich den Holzcharakter im Unterscgied zu den Stahlteilen des Waggons auch richtig herauszuarbeiten. Zu berücksichtigen ist auch, dass es von solchen Waggons der späten Epoche II so gut wie keine Farbfotos gibt, die als Vorlage dienen könnten. Man ist auf s/w-Fotos angewiesen, die naturgemäß nur sehr grobe Anhaltspunkte liefern können.
> Falls jemand den gleichen Waggon patiniert hat, wäre es wünschenswert, den hier zu zeigen. Denn: Vergleiche sind stets lehrreich.











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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Patinierung!

#12 von W. Schönberger , 05.09.2016 16:38

besten Gruß,

gefällt mir alles sehr gut, wie dieser Ulm der Realität näher kommt.

Nur, wenn ich die vorherigen Beiträge so lese, bin ich froh, die Ulm`s aus der Nähe von Ulm,

nämlich aus Lauingen, bestellt zu haben (nebst der Rollenden Landstrasse).

Gehe mal davon aus, daß die hier dargestellten Kritikpunkte bei diesen Wagen sich nicht
in dieser Weise darstellen.

Trotzdem schöne Arbeit, die Realitätsannäherung der hier vorgestellten Rungenwagen.


von Spur-1er zu Spur-1ern, W. Schönberger

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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Patinierung!

#13 von Scio , 06.09.2016 00:57

Hallo und vielen Dank, Kollege Schönberger!
Auch ich erwarte, dass der "Ulm", den KM1 liefern wird, insgesamt besser (ich sage "befriedigender") ausfällt als das Märklin-Modell. Vermutlich werden insbesondere das Modellgewicht, der Boden, aber auch die gesamte "Haptik" des KM1-Ulm mehr zusagen.

> Was aber offenbar auch bei diesem Hersteller (ausweislich der aktuellen Modellbezeichnungen auf der Website von KM1) noch nicht klar ist:
> Die DRG gibt es seit 1937 nicht mehr. Und der "Ulm" ist eine Kriegsbauart der 1940er Jahre, also nach DRG-Auflösung erst konstruiert und hergestellt. Trotzdem bietet KM1 den Epoche-II-Wagen als "DRG"-Modell an. Das wird keinen Einfluss auf die Beschriftung haben, aber mich stört diese völlig unzutreffende Zuordnung als "DRG"-Modell. Es ist schließlich kein komplizierter Sachverhalt, "DRG" und "DRB" innerhalb der Epoche II zeitlich genau einzuordnen und Modelle präzise zu benennen statt oberflächlich alles als "DRG" zu bezeichnen.

Zum Märklin-Modell zurück; nachfolgend noch Detailfotos.


Boden des Rungenwagens, wie er sich jetzt darstellt (die ursprüngliche "Fototapete" wirkt zu künstlich; ein Rungenwagenboden zeigt Gebrauchsspuren, Striemen, Farbunterschiede).





Hier sieht man die Bordcolorierung (innen); die grauen Wände, die Märklin farblich darstellt, wirken unpatiniert zu plastikartig.





Details zur verwitterten Außenbordwand und zu den Metall-Scharnieren (ich arbeitete hier mit verschiedenen Rosttönen).






Für mich ist letztlich beim patinierten Modell entscheidend, ob die Gesamtwirkung > unter Naturbedingungen/Naturlicht < gefällt.






Je nach Lichtstärke variiert allerdings die Farbgebung etwas. Ich meine, dass auf folgendem Foto das Rungenwagen-Modell in "freier Wildbahn" durchaus realistisch rüberkommt:



So passt der Rungenwagen optisch auch zu meinem anderen Rollmaterial, z. B. zu den Waggons HUEBNER-Altona und HUEBNER-Kassel:





Bei mir werden die Epoche-II-Waggons der DRB allesamt mit relativ hohem Verwitterungsgrad patiniert, denn in der späten Epoche II wurden Vorbild-Waggons nur noch notdürftig im Hinblick auf die Optik gewartet. Oft fehlte die Farbe zum Nachlackieren, zudem waren die Transportfrequenzen sehr hoch, es gab kaum Standzeiten für Waggons. Anders z. B. zur DRG-Zeit, in der die Wartung penibel nach Vorschrift ablief und man Wert legte auf tadellose Optik, vor allem bei den Dampfloks und bei Personenwagen. Zeitzeugen berichten, dass zur DRG-Zeit meistens die (geplagten!) Heizer der Dampfloks bei Bahnhofsaufenthalten um die Dampflok herumliefen (bzw. herumlaufen mussten!), um zu putzen.

Details ALTONA (solche Verschlagwagen, z. B. zum Schweinetransport, waren in der späten Epoche II stets staubig, teils verdreckt, Bretter hatten Lackabplatzer, U-Profile waren rostig):




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RE: Rungenwagen "Ulm" - DRG - Epoche II; hier: Patinierung!

#14 von Scio , 07.09.2016 09:54

Hallo -
weil bei mir nachgefragt wurde:
a) Ich arbeite beim Patinieren/Verwittern bevorzugt mit Pinsel und Acryl-Washing.
b) Erst beim weitgehend (per Pinseltechnik) verwitterten Modell nutze ich teils die Airbrush, nur um einen Staubfilm (meist im Fahrwerksbereich) aufzubringen.



Wenn man (was manche so praktizieren) primär mit Airbrush arbeitet, ergibt dies sehr schöne (durchweg nur leicht verwitterte) Modelle, die eher "fein" aussehen - m. E. so ab Epoche IV aufwärts sinnvoll.

> Bei Epoche IIc-Modellen wirkt reine Airbrushtechnik für meine Ansprüche zu fein.

Zumal man nur mit dem Pinsel auch kleine Details hervorheben kann. Sowas dauert. Das heißt: Mal eben eine halbe Stunde rumpinseln - und schon fertig - so geht´s nicht!

Details beim ALTONA:


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zuletzt bearbeitet 07.09.2016 | Top

   

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