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Nachruf Wolfgang Hübner bzw. Firma Hübner

#1 von Scio , 19.12.2017 21:55

Nachruf Wolfgang Hübner bzw. Firma Hübner;
hier: 10 Jahre hat nun Märklin die Rechte!

Hallo -
für alle älteren Spur Einser ist das Erlöschen der Firma Hübner noch in frischer Erinnerung: Bereits 10 Jahre ist es nun her, dass Wolfgang Hübner (im Jahre 2007) an Märklin verkaufte. Wie die Zeit vergeht!
Was hat Märklin in diesen vergangenen zehn Jahren aus dem Hübner-Fundus alles gemacht? Ich finde, dass man dort - nach anfänglichen Problemen - etliche kreative Ideen und Modelle von Wolfgang Hübner übernommen bzw. herausgebracht hat. Man denke z. B. an die Staubgutwagen, die 4-achsigen Mitteleinstiegswagen und zuletzt im vergangenen Jahr die E-Lok BR 94 und einiges mehr.

Märklin hat durch Hübner klar "gewonnen".

Man könnte einmal rein hypothetisch sinnieren, wie es gewesen wäre, wenn ein Wolfgang Hübner und ein Andreas Krug sich zu Lebzeiten geschäftlich zusammengetan hätten. Einmal unabhängig davon, ob das überhaupt persönlich harmoniert hätte, wären die Innovationen für Spur 1 sicherlich bei einem solchen "Gespann" top geworden.

Ich kannte Wolfgang Hübner persönlich und finde es immer noch höchst traurig, dass er am Ende mit seiner Firma aufgeben musste - R.I.P.
Dies nur als kurzen Gedankengang zur 10jährigen Übernahme durch Märklin.

Zu meiner hypothetischen Sinnierung betr. HÜBNER & KRUG:
Es ist oft so, dass Individualisten, die gleichzeitig auf ihrem Spezialgebiet Könner sind, schlechte Kooperationspartner sind. Einerseits verständlich.

Wer Wolfgang Hübner kannte, weiß auch, dass er hier und da einige Eigenheiten pflegte. Damit will ich nichts Negatives sagen, sondern - im Gegenteil - herausstellen, dass er einen hohen Anspruch hatte. Sowohl an sich selbst als auch an Mitarbeiter - und Kunden! Ja - und Kunden. Es werden da einige zum Schmunzeln animierende Anekdoten kolportiert. Zahlungsverzug war für ihn "ein rotes Tuch". Er rief persönlich solche Kunden, die säumig waren, an - und "machte sie zur Minna". Auch wenn der Säumige danach gezahlt hatte, musste ein solcher Kunde manchmal (vor allem dann, wenn er - nach Hübners Überzeugung - auch noch unberechtigt gemeckert hatte über dies und jenes) "dran glauben". Das heißt: Er wurde gesperrt, bekam nichts mehr - aus!

Schmuse-Mahnungen ("...würden Sie bitte....") kannte man zur Hübner-Zeit nicht. Harte Zeiten? Nein, konsequente Hübner-Taktik, denn das sprach sich rum. Über Preise diskutieren, gar meckern? Um Himmels Willen, denn darauf folgte seitens Hübner oft eine verbale "Saulatten-Attacke". Nicht bekannt ist, ob solche Meckereien auch mit Sperre belegt wurden.
Aber genug des Humors.

Vielleicht noch ein Stückchen: Kurios war auch sein "Ab-Hof-Verkauf" (nachdem an Märklin verkauft worden war). Aber das lassen wir mal beiseite.

Jedenfalls sehr schade, dass dieses "kantige Urgestein der Modellbahn" der Spur 1 nicht noch etliche weitere Jahre erhalten blieb.
Er verstarb im Oktober 2016 im Alter von 77 Jahren.
R.I.P.


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