+++ KISS Re 6/6 (Foto: Scio) Anlage Jorissen

BAUBERICHT: Fahrdiorama mit historischem Hintergrund - THEMA: Wilder Westen!

#1 von Scio , 04.07.2015 12:46

Hallo -
heute beginne ich damit, ein weiteres Fahrdiorama in 1:32 als Baubericht vorzustellen, und zwar handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem "Wilden Westen" Amerikas zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges im 19. Jahrhundert.

Für Spur 1 ist dieses Thema sicher ungewöhnlich.

Dennoch:

Die oft verschmähte "Maxi"-Serie von Märklin bietet (veränderungswürdig) ein paar Modelle, die man durchaus dazu nutzen kann. Zudem finden sich bei Andrea Miniatures hervorragende Figuren usw., die in dieses Geschehen passen.

Die hier besprochene und gezeigte Szenerie passt zudem ganz ausgezeichnet in den Sektor "Beschäftigung der heranwachsenden Sprösslinge".

"Wilder Westen", Cowboys und Bahn sind - wie ich feststellte - als Kombination immer noch attraktive Themen, um Heranwachsende "mitzunehmen" und für die Modellbahn zu begeistern. Aber auch der von Karl May geprägte Modellbahner um die 60 bis 70 wird - bei näherem Hinsehen - Freude an diesem Thema finden können - nicht müssen!

Ich beginne - wie bei mir üblich - mit einer kleinen Einführung, um in groben Zügen die Historie, in der sich dieses Bahngeschehen abspielt, zu beleuchten. Ich finde es stets sehr sinnvoll, wenn man zu seinen Modellen weiß, was im Vorbildbereich denn so alles "abging".

Im 19. Jahrhundert wurden im Westen Amerikas – auch durch den Goldrausch ausgelöst, neue Siedlungen gegründet.

Um die großen Entfernungen zwischen dem Osten (New York) und den Siedlungen im Westen (z. B. in Kalifornien) zu verbinden, setzte man zahlreiche Transportmittel ein. Vom Ochsenkarren über Last-Maultiere, den pferdebespannten Planwagen bis später zur Eisenbahn war alles vertreten.

Schneller als Planwagen waren die Postkutschen zur Eilpost und Personenbeförderung, die auch Stagecoaches genannt wurden. Der sog. Pony-Express, der speziell zur Beförderung von Briefpost eingerichtet wurde, stellte eine frühe Sonderform der Eypresspost dar.

Und schließlich entstand nach dem Bürgerkrieg eine der größten Errungenschaften des Wilden Westens: Die transkontinentale Eisenbahn.
Erst nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der im Jahre 1783 endete, konnte der Aufbruch in den Westen uneingeschränkt beginnen. Davor erschwerten englische Gesetze und der Krieg die Westwanderung erheblich. Der größte Teil des Gebietes vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains gehörte zudem bis 1763 noch den Spaniern. Im Jahre 1800 übernahm Frankreich den westlichen Teil des Gebietes. Da Napoleon Bonaparte aber nicht die finanziellen Mittel besaß, das Land, das Louisiana genannt wurde, zu erschließen, verkaufte er es im Jahre 1803 für 15 Millionen Dollar an die USA, obwohl er sich zuvor gegenüber den Spaniern verpflichtet hatte, dieses nicht zu tun.

Bereits in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, als die erste Westwanderung einsetzte, dachte man über den Bau einer transkontinentalen Eisenbahn nach, die den Osten mit dem Westen verbinden sollte. Aber erst im Jahre 1857 entwickelte der Eisenbahningenieur Theodore Dehone Judah einen konkreten Plan für den Bau der Pazifischen Eisenbahn. Nachdem er seinen Plan in den Folgejahren noch verbessert hatte, fand er auch Geldgeber für seine Idee. Collis P. Huntington, Mark Hopkins, Leland Stanford und Charles Crocker, genannt "Die Großen Vier", gründeten daraufhin 1861 die Central Pacific Railroad.



Vorbildfoto:

Das historische Foto von J. Russel zeigt die Vollendung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie zwischen Atlantik und Pazifik. Aufgenommen am 10. Mai 1869 am Promontory Poin. Urheberrechtlich gemeinfrei!



Die Central Pacific wurde von der Regierung beauftragt, einen Teil der Linie von Sacramento aus nach Osten zu bauen. Das Unternehmen hatte dabei die schwierige Aufgabe, die Rocky Mountains zu überwinden. Dazu mussten zahlreiche Sprengungen durchgeführt werden, riesige Tunnel wurden durch den Berg gegraben, gewaltige Brücken errichtet, um die Täler zu überwinden.

Der Bau der zweiten Linie vom Missouri in den Westen, oblag der Union Pacific Railroad, die etwa zur gleichen Zeit wie die Central Pacific Railroad gegründet wurde. Da die Arbeit der Central Pacific durch den Bürgerkrieg verzögert wurde, begann die Union Pacific erst am Ende des Krieges.

In diesen Jahren gründeten sich in Amerika zahlreiche kleine, regional begrenzte Bahngesellschaften, die für den Güter- und Personenverkehr zuständig waren. Wurden zunächst bevorzugt englische Loks in Amerika verwendet, so bauten die Amerikaner später eigene Dampfloks. Von diesen wurde (zunächst) bevorzugt der Typ 2-6-0 ("Mogul") eingesetzt, erkennbar an den wuchtigen Kaminen mit Funkenfängern und den hoch aufgewölbten (Sand-)Domen.

Zahlreiche Einser und auch andere Modellbahner denken heute, wenn sie solche Loks als Modelle sehen (z. B. von LGB in 1:22,5 oder als 1-Maxi), dass dies nur fantasievoll und bunt gestaltete Spielzeugloks für Kinder und Blechsammler seien.

Weit gefehlt, diese Loks waren als Vorbild meisterliche Konstruktionen, fast unverwüstlich (oft wurden sie mit Holz statt Kohle befeuert). Auch als Modell kann man damit was Spannendes und Unterhaltsames, auch durchaus Kreatives, anfangen!


Einige Vorbild-Exemplare laufen heute noch in Amerika!



Vorbildfoto:



Abbildung einer heute noch in den USA betriebsbereiten sog. Mogul-Lok des Typs 2-6-0 (nach deutscher (Achs-)Bezeichnung wäre dies eine 1'C-Lokomotive).


Postkartenfoto 1960:



Wird fortgesetzt!


Viele Grüße!
Konny

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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama mit historischem Hintergrund - THEMA: Wilder Westen; hier: Märklin-1-Mogul-Lok 2-6-0!

#2 von Scio , 04.07.2015 17:31

Hallo -
vorgestellt wird nachfolgend das Märklin-1-Modell Art. 54549.

Frisch aus der Schachtel:



An dem Modell müssen zunächst optisch verschiedene Änderungen vorgenommen werden.

Zunächst lackierte ich den Tender komplett schwarz, denn das von Märklin aufgedruckte Bild ist selbstverständlich vorbildwidrig.
Weiter wird das Modell umbeschriftet in "meine eigene Gesellschaft"; das sind die Logos (samt Größenangaben für den Decalhersteller) für Lok und zwei Wagen.






Tender bereits umlackiert:



Die Lok "samt Begleitkommando" in der Prärie:



1:32-Figuren (54 mm) von Andrea Miniatures aus der Black-Hawk-Serie!


Viele Grüße!
Konny

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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Märklin-1-Rungenwagen Typ Sgjs wird gekürzt!

#3 von Scio , 05.07.2015 13:51

Hallo -
im "Wilden Westen" bestanden zahlreiche Gütertransporte vorwiegend aus Holzladungen.

So hielten nahezu alle amerikanischen Bahngesellschaften der Regel- und Schmalspur (auf Nebenstrecken waren das oft "Waldbahnen") diverse zwei- und vierachsige Flach-/Rungenwagen bereit, um Holz für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke an Sägewerke und Baustellen zu transportieren.

Für meine Zwecke benötige ich deshalb auch einen entsprechenden Rungenwagen, und zwar mit vier Achsen und Tragkraft für größere Baumstämme. Von Märklin gibt´s das Maxi-Modell, ein sehr robustes Metallmodell, das sich in meinem Besitz befindet, auch schon patiniert wurde, aber mir doch am Ende hinsichtlich der Rungen usw. "zu robust" erscheint.

Ich suchte deshalb etwas Filigraneres.

Zunächst: Dies ist das Maxi-Modell (es wird aktuell sogar relativ hochpreisig für rd. 140 bis 160 € gehandelt):






In 1:32 bieten leider auch die amerikanischen Hersteller Accucraft und MTH nichts Passendes. Also, was tun?


Ich schaute meinen 1-Bestand durch und sah meine langen Märklin-Rungenwagen des Typs Sgjs, die bei mir als Container-Tragwagen eingemottet sind.




Mir kam die Idee, diese recht langen Waggons zu kürzen, um so einen passablen Vierachser für den Holztransport zu bekommen.


Dabei war es mir in diesem Fall völlig egal, ob denn tatsächlich beim Vorbild ein Waggon mit ähnlicher Optik eingesetzt worden ist oder nicht. Natürlich nicht, denn man verwendete damals überwiegend u. a. Holzrungen - auch die Drehgestelle sind nicht US-typisch usw. - aber da bin ich jetzt etwas großzügig. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass (einmal abgesehen von stets pingelig genau konstruierten Messingmodellen) man beim Modellbahnhobby manche (durchaus fachlich begründbare, aber die Kreativität hemmende) "Fessel" auch ablegen darf - und dies manchmal auch tun sollte.



Entspannung, Basteln und Kreativität werden nach meiner Beobachtung zu häufig ausgebremst durch rückversichernde Gedanken wie "Darf ich das?" oder "Was sagen die Modellbahnkollegen?". Meine Meinung: Es muss halt jeder für sich und sein Budget usw. entscheiden, was er für sich macht oder sein lässt. Ich experimentiere beim Hobby gerne, wenn dabei auch manchmal kostenträchtiger "Schrott" produziert wird und etwas nicht so gelingt, wie es mir als perfektes Ziel vorschwebte.



Im Bereich des "Wilden Westens" mache ich mich frei von allzu engen Fesseln der Vorbildgerechtigkeit. Und das ist wohltuend. Die meisten von uns haben im täglichen Leben (allein schon im Beruf, im Straßenverkehr) allzeit teils strenge Regeln zu beachten - da lobe ich es mir, wenn ich selbstbestimmt meine Modelle zersägen kann .....


Der Sgjs von unten mit der beabsichtigten Kürzung (= Herausnehmen des Mittelteils):




Klar, einen Waggon wie diesen gefälligen Sgjs-Rungenwagen, der als Second-Hand-Preis mit 150 bis 200 € anschlägt, zersägt der "Normale" nicht gern - ich tue es mit Befriedigung !



So wird er zersägt:



Dazu dann später mehr.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Rungenwagen für Holztransport basteln und patinieren!

#4 von Scio , 05.07.2015 15:26

Hallo - ich fahre fort mit dem Zersägen des Urmodells und mit dem Zusammenkleben der Teile für das neue Modell.

Später wird dann patiniert und mit Holz beladen sowie durch eine Stellprobe kontrolliert, ob der Waggon optisch zum Thema "passt".

Alles nichts Spektakuläres, was man hier zu basteln hat, sondern einfach zu machen.

Werkzeug:
Der Einsatz der Dremel-Trenscheibe scheidet aus, da der Kunststoff des Modells dadurch schmilzt und man somit stark unsaubere Schnitte erhalten würde.
Laubsäge und Eisensäge sind die besten Werkzeuge für diese Prozedur (Eisensäge, weil man damit gerade schneiden kann und die Unterkonstruktion des Märklin-Modells aus Metall besteht).











Ich legte zum Zersägen unter den mittleren Teil des Modells eine Packung Zellstofftücher als Auflage; so kann man rechts und links davon besser sägen:





Hier sieht man den Querschnitt mit der Metallunterkonstruktion des Modells:





Das Mittelstück kann man noch gebrauchen, um z. B. einen kleinen Zweiachsholztranporter zu bauen:






Stellprobe der beiden nunmehr zusammenzuklebenden Teile:





Zum Zusammenkleben/Zuspachteln kommt m. E. nur STABILIT in Betracht:





Man benötigt zwei "Einer"-Portionen der Stabilit-Mischung (bestehend jeweils aus einem Löffelchen Binder und der Auffüllung mit Harz/Resin):






Der erste Klebe-Arbeitsgang mit der ersten Portion Stabilit (wird gefolgt von einem zweiten Arbeitsgang mit der zweiten Portion Stabilit zum Füllen der Spalten!):



Hinweis: Die Verarbeitungszeit des Stabilit-Klebers ist extrem kurz - je nach Außentemperatur nur 5 Minuten!


Nach dem Kleben und Füllen der Spalten mit Stabilit muss geschmirgelt werden!





Nun folgt die Belastungsprobe (nachdem alles gut durchgetrocknet ist!):





FERTIG:



So sieht das (vor-)patinierte und beladene Modell dann in meiner Prärie aus:





Die Patinierung wird noch etwas optimiert:




Die Mogul mal probeweise vorgespannt (Lok ist noch nicht zugerüstet und "roh"!):





Diesen (verkürzten) Sgjs-Rungenwagen kann man m. E. universell einsetzen.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Kombinations-Packwagen-/Personenwagen aus Märklin-Museumswagen!

#5 von Scio , 06.07.2015 13:06

Hallo -
als Kombinations-Waggon für einen zeitgemäß um 1880 typischen (kurzen) US-GmP (= Güterzug mit Personenbeförderung) wählte ich als Grundmodell das (m. E. eigentlich ziemlich unnütze) "Fantasie"-Märklin-Museums-Modell von 1992 aus.

Märklin Art.-Nr. 54549 - Second-Hand-Preis z. Zt. von 55 bis 100 €.


Das ist - abgesehen von der Beschriftung - konstruktiv gesehen ein schöner Zweiachser, so wie man ihn in Europa und Amerika Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah:




Mit Speichenrädern, Holzaufbau, Übergangsblechen usw.


Solche Packwagen hatten nicht selten mehrere Sitzplätze im Fensterbereich, um auch Personen auf harten Holzbänken befördern zu können.




Man muss aus heutiger Perspektive berücksichtigen, dass die Menschen jener Zeit längst nicht so "verwöhnt" waren wie wir es heutzutage sind. Immerhin gab es im Personenverkehrssektor ehemals bis zu vier Klassen!

Die vierte Klasse, "Holzklasse" genannt, war u. a. eine solche Packwagenbeförderung zwischen Fässern, Kisten, Hühnerkäfigen und Sackware - unter Inkaufnahme von Ausdünstungen, aufdringlichem Gestank von allen möglichen Gütern. Noch heute kann sich der Mutige in manchen Gebieten Asiens davon überzeugen, wie strapaziös sich solche Überlandfahrten für einen verwöhnten Europäer ausnehmen.

Und dieser schreckliche Museums-Waggon wird von mir "umdekoriert". Die Türen erhalten z. B. dieses Logo (Decals lasse ich bei Andreas Nothaft herstellen):




Die Bahngesellschaft (RailRoad) "Ley Creek RR" ist meine Fantasiegesellschaft, benannt nach dem Leybach, der mein Gelände durchquert. In Amerika war es früher üblich, regionale Gesellschaften z. B. nach den heimischen Fluss- und/oder Bachläufen ("creeks") zu bezeichnen.

Ich bilde aus zweien dieser Waggons sowie dem bereits vorgestellten Rungenwagen mit der Mogul-Lok einen kurzen US-GmP.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Kombinations-Packwagen-/Personenwagen aus Märklin-Museumswagen!

#6 von Scio , 06.07.2015 19:54

Hallo -
der erste Waggon wurde nun umlackiert in RAL 8011 (Nussbraun). Die Märklin-Beschriftung wischte ich vorher mit einem in Aceton getränkten Lappen weg.
Alte US-Waggons aus dem 19. Jahrhundert waren selten bunt (wie es heute manche Modelle sind, die insofern diese Zeit farblich im Modell nicht korrekt wiedergeben). Es handelte sich bei den Vorbildwaggons überwiegend um Holzaufbauten, die mehr oder weniger unauffällig - manchmal zweifarbig - gestrichen wurden.

Beide Stirnwände bleiben deshalb auch grau, werden aber - wie die neu lackierten Seitenwände auch - noch verwittert. Auch innen wird der Waggon später coloriert.





Eine erste Stellprobe zusammen mit dem Vierachs-Rungenwagen:






Erste Patinierungs-Stufe der Seitenwände
(die Schiebetüre sticht farblich deshalb etwas ab, weil sie mit Blech beschlagen ist und insofern farblich zu den Holzwänden differiert):


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Figuren von Andrea-Miniatures als Zubehör (Bausätze selbst bemalt).

#7 von Scio , 07.07.2015 09:36

Hallo -
es folgt ein Nebenthema zum Diorama, das aber optisch und bastlerisch schnell auch mit dem Hauptthema "Bahn" konkurrieren kann:

Figuren.

Als Figurensammler ist es für mich selbstverständlich, dass in diesem Punkt bei einem Diorama alles weitgehend stimmig sein sollte.

Ich stelle beispielhaft eine "Longhorn"-Figur vor (Longhorns, das sind in der Realität Kreuzungsrinder, die im Wilden Westen gehalten wurden; man sieht Longhorns auch heute noch - die Rasse ist im Wappen von Texas enthalten).

Andrea Miniatures bietet diese Figur (aus der Serie 1:32/sog. 54-mm-Figuren aus Metall) sowohl als Bausatz zum Selbstzusammenbauen und Selbstbemalen als auch als Fertigfigur an (wird in Madrid von tüchtigen Künstlern hergestellt - Colorierung per Airbrush - siehe dazu auch z. B. das Foto von Cowboy Jack im Folgebeitrag # 8).

Nachfolgend zu sehen:
a) Eine zunächst noch nicht colorierte, aber bereits mit Stabilit zusammengebaute Figur (noch metallsilbrig) und
b) eine Fertigfigur von Andrea.



Die Preise für Bausätze sind erklärlicherweise rd. 50 % niedriger als für Fertigfiguren. Verpackt sind die Bausätze in Kunststofftüten; die Fertigfiguren in aufwändig gepolsterten schön gestalteten Schatullen.



In den Andrea-Bausätzen sind gegossene Metallteile enthalten, gut detailliert, die aber noch hier und da beschliffen werden müssen, bevor man sie zusammenklebt. Folgend beispielhaft die Einzelteile der Figur des Planwagenkutschers. Auch das Gesicht ist so gestaltet, dass man ihn förmlich Kommandos schreien hört, da er die Gespannpferde antreibt. Allerdings muss dieses ausdrucksvolle Gesicht später erst einmal mit viel Akribie bemalt werden, wobei die Augencolorierung oft das Wesentliche ist (und bei den Figuren nicht immer auf Anhieb gelingt).




Kopf des Kutschers:




Bemalung gelingt nur mit einer ruhigen Hand, viel Licht und richtigem Werkzeug sowie den speziellen Arcylfarben.

Pinsel von "Da Vinci" ziehe ich vor.







Es reicht bei einer solchen Figur nicht aus, sie nur mit einer Farbe deckend zu bemalen. Es müssen hinterher die Körperpartien noch mit Schatten herausgearbeitet werden. Hilfreich ist, später die gesamte Figur mit einem passenden Washing zu behandeln.






So sieht´s Longhorn dann bemalt aus (links meine Pinselbemalung); man sieht, dass die Longhorn-Fertigfigur rechts feiner ausschaut (= Airbrush-Colorierung durch Andrea).





Figurenbau und -bemalung sind - auch zeitlich gesehen - ein schönes "Hobby im Hobby"! Ich kann jedem nur empfehlen, es einmal zu versuchen.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Mogul-Lok - 1. Stufe der Verwitterung!

#8 von Scio , 07.07.2015 22:51

Hallo -
die Mogul-Lok aus dem Märklin-Programm ist für meine Ansprüche "frisch aus der Schachtel" optisch erheblich zu "gelackt" und insofern für ein Diorama absolut nicht zu gebrauchen.



Sie wirkt spielzeughaft und verlangt nach tüchtig Patina, um wirklich "wild-west-like" auszusehen.

Hier nur die erste Stufe meiner Patinierung dieser Mogul-Lok.

Es fehlen noch einige Feinheiten sowie die neue Beschriftung. Der Tender wurde von mir vorbildentsprechend mit maßstäblich passenden Holzstämmen bzw. langem Spaltholz zugerüstet - wie anno 1880 üblich.



Der herausgenommene Plastik-Einsatz mit künstlichen Stämmen bereichert nun den Müll.







Eingeschoben eine Szene mit Cowboy Jack (das ist eine 1:32-Fertigfigur von Andrea Miniatures, Madrid - ist nicht von mir bemalt!).



Man sieht, wie akkurat und künstlerisch wertvoll die Maler der Manufaktur in Madrid arbeiten:






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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Personenwagen!

#9 von Scio , 11.07.2015 11:36

Hallo -
meinen Zug mit der Mogul werde ich noch "aufmotzen" mit einem reinen Personenwagen. Dazu erwarb ich ebenfalls einen Märklin-Museumswagen. Dieser ist mit Inneneinrichtung ausgestattet.

Das m. E. ziemlich hässliche Modell wird für meinen Zug noch umlackiert, verwittert und neu beschriftet.

Hier zeigt sich der Kandidat noch im "Museums-Sonntagskleid" - aber nicht mehr lange!


Probeweise stellte ich ihn zu den beiden bereits verwitterten Packwagen:



Die beiden Packwagen wurden noch verwitterungsmäßig verfeinert; die Fronten nun auch umlackiert:







Szene mit Figuren von Andrea Miniatures:


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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Personenwagen verwittert!

#10 von Scio , 11.07.2015 17:47

Hallo -
der Personenwagen hat sein "Sonntagskleid" nun zwangsweise abgelegt - er wurde farbmäßig im gleichen Grad wie die Packwagen verwittert.

Lediglich ein Wappen (des ehemaligen Märklin-Museums-Wagens) blieb unversehrt, denn es passt zur Gesellschaft "Ley Creek RR" (> aus ehemals "Eschenbach" wird nun "Leybach") und wird demnächst durch entsprechende Decals, die A. Nothaft im Moment anfertigt, ergänzt.

Der folgend abgebildete Waggon ist allerdings noch nicht ganz fertig verwittert, es fehlt mein Abschluss-Washing. Zum Grad der Verwitterung muss man berücksichtigen, dass es im 19. Jahrhundert in Amerika nicht an jeder Ecke ein Bahnbetriebswerk oder gar eine Wagen-Waschanlage gab. Das Rollmaterial wurde unter allen Witterungsbedingungen bei Nässe, Staub und Schneesturm genutzt - ohne dass stets jemand mit Schwamm + Wassereimer oder einem Farbeimer samt Pinsel herumlief, um das Ganze optisch "in Schuss" zu halten. Um beim Wort "Schuss" zu bleiben: Es fehlen wirklichkeitsnahe Einschusslöcher ...., denn Züge wurden nicht selten überfallen.



Im Verband mit den beiden Güter-/Packwagen:



Szene: Ein Mitarbeiter der "Ley Creek RR" säubert den Güterwagen.



Hierzu verwendete ich aus dem 1:32-Preiser-Programm eine Arbeiter-Figur, die ich aus dem 1:32-Western-Zubehörangebot (von Andrea Miniatures) zurüstete mit einem typischen Westernhut.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Personenwagen verwittert!

#11 von BAT 21 , 12.07.2015 09:26

Hallo Konny,

die Wagen sehen sehr gut aus, Donnerwetter. Auch die Patina an der Lok und die kleinen Veränderungen bringen Leben ins Spiel.
Es gibt nur eine Sache, die wirklich stört, es sind die Puffer an den Wagen.

Gab es überhaupt zweiachsige Wagen in den USA?

Gruß
Andreas


 
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Gab es Zweiachser in Amerika?

#12 von Scio , 12.07.2015 10:30

Vielen Dank, Andreas -
es sind in der Tat u. a. diese beiden Detail-Fragen, die beim Thema "US" bzw. "Wilder Westen" im Vergleich mit europäischem Rollmaterial auftauchen .

a) Es gab in der Anfangszeit in Amerika Pufferpaare, weil oft (in Regelspur) mit englischem Rollmaterial gefahren wurde. Die Schmalspurbahnen hatten bereits sehr früh Mittelpuffer.

b) Zweiachser gab es, sie wurden allerdings später fast ausschließlich durch Vierachser ersetzt bzw. auch umgerüstet. Der Grund war nicht unbedingt stets die höhere Tragkraft der Vierachsdrehgestelle, sondern die Sicherheit. Das verwendete Eisen für Achsen, Räder und Zubehör war zu dieser Zeit erklärlicherweise nach heutigen Qualitätsmaßstäben wenig vertrauenerweckend. Angesichts nicht immer sehr sorgfältig verlegter Gleise waren Achsbrüche auch aus diesem Grund gar nicht selten. Man muss berücksichtigen, dass der Streckenbau in Amerika im Eiltempo vorangetrieben wurde. Die Bahngesellschaften wollten "Kasse machen". Da ein Achsbruch bei einem Zweiachser unweigerlich zum Stop führen musste, war man bei Vierachsern - selbst bei Bruch einer Achse - noch einigermaßen beweglich bis zur nächsten Station.

Vorbildfoto:



Was meine 1-US-Modelle betrifft, so plane ich, diese auf Kadee-Kupplung umzurüsten. Die Kadee-Kupplung kommt dem Vorbild sehr nahe.
Ich nutze sie auch bei meinem US-Thema in Spur 0; siehe folgendes Foto eines von mir verwitterten ATLAS-Modells "Covered Hopper" in 0:




Auch im Zugverband ist die Kadee-Kupplung ziemlich vorbildnah mit relativ kurzen Abständen; siehe zwei Beispielfotos aus meinem 0-Bestand:






Die doch ziemlich grobe Märklin-Spur-1-Klauenkupplung ist zwar fahrtechnisch und zum Rangieren völlig in Ordnung, aber schon optisch nicht besonders attraktiv.

Zur Entwicklung der automatischen Kupplung beim Vorbild siehe diesen LINK:
http://wirtschaftssenioren.ba-bautzen.de...-geschichte.htm


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Trassenherstellung vor dem Einschottern!

#13 von Scio , 16.07.2015 10:58

Hallo -
ich liebe es bei der Modellbahn stets sehr massiv, weshalb bei mir die Gleistrassen aus festem Holz hergestellt werden. Dazu wird als Material die sog. OSB-Verlegeplatte benutzt (gibt es in unterschiedlichen Stärken; zu empfehlen: 15 mm).



Da diese Trassenbretter als Unterlage für das einzuschotternde Gleis dienen, schräge ich sie seitlich ab. Das geschieht am besten mit der Tischkreissäge, wobei man das Sägeblatt auf 45 Grad einstellt. Wer´s als Anfänger nachmacht, sollte im eigenen Interesse bitte erst üben und stets alle Sicherheitsmaßnahmen beachten. Man hat schließlich n u r zwei Hände und Verletzungen sollten unbedingt verhütet werden!!








Die Gleise werden vorher noch patiniert, bevor sie aufgeschraubt und eingeschottert werden - dazu später mehr!


Was tut sich im "Wilden Westen" sonst noch?

Zwei Schnappschüsse:
Viehtrieb und Cowboy Jim McDonald beim Prärie-Ausflug mit seinen Irischen Wolfshunden (alles 1:32-Fertigmodelle von Andrea Miniatures).






Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Trassen einschottern mit Hübner-Tschunkert-Gleisschotter-Gemisch!

#14 von Scio , 22.07.2015 19:29

Hallo -
nächste Arbeitsschritte sind das Einschottern der Gleise sowie das vorherige Befestigen der Gleise auf den Trassenbrettern.

Alles für geübte Modellbauer nichts Besonderes und insofern hier eher eine profane Berichterstattung. Dennoch baue ich diese Arbeitsphase hier ein, um meine persönliche Art dieses Modellbauschrittes "Einschottern" aufzuzeigen.

Zunächst zur Schotterauswahl:
Bekannt ist der HÜBNER-Schotter für Spur 1, das ist grauer Granitschotter mittlerer Körnung, meist abgepackt in 1-Kg-Gebinden, Preis relativ hoch.
Zunehmend wird im Spur-1-Bereich der Schotter von Tschunkert aus Overrath verwendet (siehe z. B. ebay-Angebote), weil er preislich unschlagbar günstig ist und qualitativ überzeugt.

Ich nutzte beide Schotterprodukte als Mischung wie folgt:















Das Gleismaterial wurde vor dem Auflegen/Aufschrauben noch verwittert.







Für die weitere Befestigung des Gleismaterials (vor den Endpunkten, die - wie schon beschrieben - mit größeren Schrauben zur Befestigung versehen sind) eignen sich vorzugsweise die speziellen Märklin-MINI-Kreuzschlitzschrauben:








Nun beginnt das eigentliche Einschottern:














Vorläufiger Zustand vor der Endtrocknung und Endbehandlung:



Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Trassen einschottern - Zwischenergebnis!

#15 von Scio , 23.07.2015 10:55

Hallo -
nach dem Austrocknen sieht´s so aus:





Zum Vergleich hier die viel hellere Ursprungsfarbe der Mischung:



Es müssen nun nach dem Austrocknen Säuberungsarbeiten durchgeführt werden (z. B. liegen noch festgeklebte Steine auf den Schwellen).

Hinzu kommt, dass in Schwellenmitte Dreckspuren aufgebracht werden sowie Grasbüschel das Schotterbett "bereichern" sollen.
Was die Färbung betrifft, so wird bekanntermaßen (?) der graue Schotter-Granit durch den Kleberauftrag dunkler. Durch die hellen (rötlichen) Steinanteile wirkt das hier von mir gezeigte Schotterbett aufgelockerter, aber auch "unruhiger".

Es wird von mir farblich auch noch leicht "besandet" mit einem leichten Beigetouch. Für mitteleuropäische Schotterstrecken würde ich wahrscheinlich weniger von dem rötlich-grauen Schotter einfüllen. Aber das ist alles letztlich eine Geschmacksfrage - zudem auch vorbildabhängig.

Die Gleisstrecken in Amerika waren in historischer Zeit oft nur notdürftig oder manchmal auch gar nicht eingeschottert. Man verwendete nicht selten auch Baumstämme zum Unterfangen der Schwellen oder dasjenige Steinmaterial, was entfernungsmäßig am nächsten beschaffbar war - oft auch rötlichen Sandstein. Dabei war viel Handarbeit angesagt. Antransport per Bahnwaggon oder Pferdefuhrwerk.


Noch ein zusätzlicher Hinweis zum LEIM:

Man kann - wie oben im Beitrag # 14 bereits erwähnt - auch wasserfesten Leim verwenden, der in seiner Konsistenz nach dem Austrocknen sehr hart und widerstandsfähig wird (er lässt sich natürlich mit Wasser erst einmal verdünnen). Der Nachteil ist, dass man mit wasserfestem Leim eingeschotterte Gleise nur extrem schwierig wieder verändern bzw. wiederverwenden kann, wenn man mal abbauen möchte. Bei Verwendung des "normalen" Leims wird das Schotterbett zum Abbau der Anlage reichlich mit Wasser getränkt, was zur Aufweichung des (wasserlöslichen) Leimanteils im Schotterbett führt. Alles auch nicht ohne Aufwand, aber machbar. Wohingegen bei Verwendung des wasserfesten Leims ein späterer Abbau meist nur in Teilen überhaupt gelingt.


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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Trassen einschottern - Nacharbeit!

#16 von Scio , 23.07.2015 14:00

Hallo -
auf das Schotter-Zwischenergebnis folgt die Nacharbeit.

Zunächst beseitigte ich mit einer Raspel alle mittig auf den Schwellen verklebten Schottersteine. Dabei wurde mit der Raspel extra etwas hart zugelangt, um die Schwellen als Gebrauchslook "anzuraspeln". Der Nachteil des harten Zuraspelns ist, dass sich stellenweise Schotter löst. Diese Stellen sind nachzuschottern!




Nachschottern erforderlich!



Anschließend colorierte ich die Gleistrasse so, wie ich es mir als Gebrauchsgleis realistisch vorstelle.

Was jetzt noch fehlt, ist Vegetation zwischen den Gleisen und an der Böschung. Das kommt alles noch.

Hier ein paar starke Vergrößerungen, die mir dazu dienen, Fehlstellen und farbliche Ungereimtheiten auszumachen, um sie nachzubessern. Aber ich weiß, dass auch die mitlesenden Kollegen gerne mit geschultem Blick sowas in Großaufnahme kritisch "beäugen" und mit eigenen Ergebnissen vergleichen.

Meine Gleise sind extra etwas mit Sand bestäubt angelegt - so wie man es hier und da in Amerika (oder auch Australien!) auch heute noch häufig sieht. Eine solche Optik wäre z. B. allerdings bei einer Trasse im Schwarzwald ziemlich unpassend! Man muss demnach immer auch die Örtlichkeit in Betracht ziehen. Ein Einheitsvorbild gibt es - zum Glück - nicht. Das weckt in uns Modellbauern doch die nötige Kreativität.












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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Erstes Gebäude = Station bzw. Lagerhaus!

#17 von Scio , 23.07.2015 15:23

Hallo -
ich zeige hier das erste - noch im Bau befindliche - Gebäude für mein "Wild-West"-Fahrdiorama. Es stellt eine Eisenbahn-Station dar, allerdings nicht im neuzeitlichen Sinne, sondern mehr oder weniger als primäres Lagerhaus. Es handelt sich um einen Holzbau mit Rampe und Überdachung.

Solche Gebäude aus Holz wurden im "Wilden Westen" oft auch (auf bescheidenem Niveau) hotelähnlich genutzt, um Reisende bzw. Bahnpersonal für eine Nacht unterzubringen oder auch Heiß-Wasch-/Badegelegenheiten zu bieten. Meist war aus Sicherheitsgründen der Gemeinschafts-Schlafraum in einem aufgesetzten Dachgeschoss untergebracht (siehe Modell).

Hinzu kommt, dass in solchen Lagerhäusern der Bahngesellschaften auch Utensilien/Produkte wie notwendiger Reiseproviant, Pferdefutter sowie Ersatzgeschirre u. Ä. für vorbeifahrende bzw. kurzzeitig verweilende Siedler und Trail-Cowboys angeboten wurden.

Stellprobe/Schnappschuss:


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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Rollmaterial Salonwagen, vierachsig!

#18 von Scio , 24.07.2015 13:00

Hallo -
ich kam nun nicht umhin, meinen Wagenbestand aufzurüsten, d. h., ich musste mir noch einen vierachsigen US-Salonwagen (Märklin-Art.-Nr. 5473) beschaffen, denn der bereits beschaffte Zweiachs-Personenwagen, den ich hilfsweise einsetzen wollte (siehe Beiträge # 9 und 10) war mir doch zu untypisch.
Vorbilder des vierachsigen Salonwagens sah man im 19. Jahrhundert (und auch später noch) bei allen amerikanischen Bahngesellschaften. Noch heute kann man am Rio Grande mit diesen Waggons samt historischer Lok die Berg- und Prärie-Landschaft und das einst so abenteuerliche Fahren in etwa nachvollziehen und genießen.

Das ist ein vergleichsweise schweres Blechmodell, das man m. E. frisch aus der Schachtel für eine einigermaßen realistische Spur-1-Bahn so nicht gebrauchen kann. Zwar handwerklich sehr gut gemacht, aber optisch arg "schreiend" - und zwar nach Patina (jedenfalls für meine Zwecke).

Zunächst der Salonwagen im Neuzustand:






Nachfolgend abgebildet ist der Salonwagen nun verwittert (ich wollte ihn farblich extra ziemlich ausgeblichen darstellen; die Schrauben werden noch übertüncht).

Beim Vorbild lief es oft so, dass die kleineren (= regionalen) Bahngesellschaften (wie meine "Ley Creek RR") sich ältere Waggons bei den großen (= überregionalen) Gesellschaften (z. B. Union Pacific oder Central Pacific) günstig kauften, um sie auf ihren vergleichsweise kurzen Strecken einzusetzen. Der Zustand dieser Gebrauchtwaggons war erklärlicherweise nicht immer gefällig-vorzeigbar, aber sie taten ihre Dienste.

TIPP: Um diese Blechwaggon-Modelle so farblich ausgeblichen hinzubekommen, muss nicht nur - wie bei den Kunststoffmodellen - farblich patiniert, sondern mit Metallschleifpapier noch realitätsnah senkrecht in Laufrichtung des Regenwassers samt Verschmutzungsstriemen (!) gearbeitet werden.





Nun zusammen abgebildet mit den bereits früher vorgestellten (Packwagen-)Zweiachsern (denen werde ich die Puffer noch absägen).

Beschriftung fehlt noch. Vom Verwitterungs-/Verschmutzungsgrad passen die Waggons m. E. gut zusammen.


Viele Grüße!
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RE: BAUBERICHT: Fahrdiorama - THEMA: Wilder Westen; hier: Neues Rollmaterial: Die zweite Mogul-Lok!

#19 von Scio , 25.07.2015 10:46

Hallo -
wir Modellbahner kennen das doch bestimmt alle: Man hat ein Thema für sich "erobert" - und es schreit dann nach "MEHR". So auch bei meinem "Wild-West-Thema".

Meine Bahngesellschaft, die "Ley Creek RR", hatte bereits den verlodderten Salonwagen der Central Pacific erstanden und konnte nun von dieser Gesellschaft eine (weitere) gebrauchte Mogul-Lok erwerben, die nach Aufenthalt in einem Spezial-BW in den Ley-Creek-Bestand integriert werden soll:



So kann die dampfende glänzend-rothaarige Dame nicht bleiben, sie wird später noch gehörig patiniert, damit sie optisch zur folgend abgebildeten Schwesterlok passt:





Zurüstung:

Aber zunächst sind beide Mogul-Loks in ein kompetentes BW abtransportiert worden, damit sie per ESU-Sound-Decoder samt Lautsprecher aufgerüstet werden und später mehr oder weniger lautstark in der Prärie dampfen können.



Foto Copyright by ESU; hier urheberrechtlich zulässig abgebildet im Rahmen der Produktvorstellung!

LINK zu ESU:
http://www.esu.eu/produkte/loksound/loksound-xl-v40/


Diese MAXI-Modelle sind seitens Märklin zwar mit Seuthe-Raucherzeuger und mit einem Delta-Modul ausgerüstet, aber für neuzeitliche Sound-/Fahransprüche sind die Modelle im technisch-elektronischen MAXI-Originalzustand - jedenfalls für meine Zwecke - ungeeignet. Die Zurüstung durch eine Fachwerkstatt kostet je Lokmodell (einschl. Material) ca. 250 bis 300 €.

Nach der Zurüstung berichte ich darüber!


Viele Grüße!
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BAUBERICHT: Reichsbahn-Raketentransport; hier: A4/V2-Rakete bauen und verladen (Bahn- und Straßenverladung, Epoche II).
Feldküche auf Feldbahnwagen

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