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NEM oder Finescale? Was ist optimal ....

#1 von Dr. A. v. Stein ( gelöscht ) , 10.09.2010 10:29

Hi,
zunehmend hört man bei Gesprächen unter Einsern, dass "NEM" in Verruf gerät. Meine Einsichten sind da eher gegenteilig.
Ich persönlich finde Finescale (im Gegensatz zu dem für mich reichlich undifferenzierten „1-pur“) selbstverständlich auch durchaus attraktiv, und es wäre an der Zeit, dass Hersteller diese Radsätze sogar ohne Aufpreis anbieten. Doch ist Finescale für die Allgemeinheit m. E. aus Gründen der Fahrsicherheit eher skeptisch zu beurteilen. NEM hat sich insofern seit Jahren bewährt.

Wenn das gesamte Gleisbett eines Moduls oder einer Fest-Anlage einschl. des geeigneten Weichenmaterials aber sehr exakt verlegt sind, dürfte der Fahrsicherheit da nichts im Wege stehen. Insofern ist Finescale schon ein optischer Genuss.

Die Praxis sieht aber aus vielen einleuchtenden Gründen weitgehend anders aus:

Viele Spur Einser sind „Gelegenheitsfahrer“, die sich als sog. Teppichbahner oder mit anderen abbaubaren Anlagen, z. B. auf Holzböcken und Sperrholzplatten, ab und an „Fahrvergnügen“ als entspanntes Hobby gönnen.
Das kann man humorvoll und salopp „Achterbahnfahren“ nennen....., worin sich mindestens Spaß und Freude ausdrücken – was letztlich Ziel dieses Hobbys ist.

Da kommt man dann an NEM gar nicht vorbei, denn die Gleislage ist bei solchen „mobilen“ Anlagen-Aufbauten nie 100%ig plan.
Was aber diesen Spur Einsern – ebenso wie Finecsalern – sehr am Herzen liegt, das ist die optische Komponente, d. h. „Präzison“ der Detaillierung: Die Modelle sollen weitgehend naturgetreu aussehen – mit dem bewussten Kompromiss bei den Spurkränzen im Interesse der Fahrsicherheit.

Wir als Einser sind heute in der glücklichen Lage, dass jeder nach seiner Facon auswählen kann. Das Optimale lässt sich dabei aber – wenn wir es genau betrachten - gar nicht objektivieren, denn optimal ist m. E. nur jeweils das, was der jeweiligen persönlichen Situation angemessen ist.

Grob ausgedrückt: Was nützt es dem Teppichbahner, wenn er Finescale-Radsätze hat, aber dafür seine Fahrfreude eingedämmt wird?! Für ihn ist eben NEM das Optimale. Auch Qualitätsurteile, die man gelegentlich hört - im Sinne von „dies oder jenes sei besser oder schlechter“ sind insofern m. E. unpassend.

„Besser oder schlechter“ ist – bezogen auf Finescale, NEM oder gar „1-pur“ - m. E. nur sehr subjektiv bewertbar.

Grüße!
Al

Dr. A. v. Stein

RE: NEM oder Finescale? Was ist optimal ....

#2 von vt11.5 , 10.09.2010 12:46

Hi Al,

zu Deinen Ausführungen möchte ich ergänzen, das Du bei - sauber verlegtem - NEM-Gleis auch mit FineScale fahren kannst. Schwierigkeiten bekommst Du eher an den NEM-Weichen und Kreuzungen. Jedenfalls beim Abzweig. Geradeaus hast Du da weniger Probleme- wenn der Radstand richtig eingestellt ist. Da kann man dann aber auch immer noch was machen.
Idealerweise würde sich die Verwendung von Schnellfahrweichen anbieten. Damit hätte man, ob nun FineScale oder NEM, die wenigsten Schwierigkeiten bei einem "gemischten" Betrieb. Allerdings kannte ich nur Kesselbauer und Proform als Hersteller für Schnellfahrweichen. Ersteren konnte man leider aufgrund des (eigentlich genialen, aber schlecht umgesetzten) Memory-Antriebes ausschließen und ob es bei Proform noch Schnellfahrweichen gibt weiß ich im Augenblick nicht einmal.
Ich für meinen Teil habe alle meine Fahrzeuge in NEM-Ausführung, baue aber mit einigen Leuten derzeit FS-Module, die natürlich aufgrund ihrer Gleisfiligranität realistischer aussehen als NEM. Nur da machen natürlich meine NEM-Fahrzeuge keine besonders gute Figur drauf...

Gruß Peter


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RE: NEM oder Finescale? Was ist optimal ....

#3 von Regelspur , 10.09.2010 13:26

Hallo ihr NEM oder Fine-Scale Fahrer,

da habe ich es mit meiner Spur-II richtig gut. Ich fahre nur mit umgerechnet vorbildlich breitem Radreifen. Vergleichbar mit 1-Pur.

Wagenradbreite im Original 135 mm ist in 1:22,5 = 6,0 mm und Lokräder mit 140 mm Radbreite sind 6,2 mm breit.

Auf der Lauffläche habe ich auch die unterschiedlichen Neigungen von 1:10 und 1:20 nachgebildet. Ich habe schon ca. 300 Räder verkauft und sie laufen ohne Beanstandungen.

Ich hatte mal von KM-1 Räder und Radreifen in NEM und Fine-Scale Ausführung. Sie waren für einen Umbau einer BR 91.3 bestimmt. Ich muss sagen, so ein Fine -Scale Rad sieht für mich schon eher nach Modell aus. Ein NEM-Rad dagegen wie Spielzeug.

Gruß Alfred

 
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RE: NEM oder Finescale? Was ist optimal ....

#4 von br03034 ( Gast ) , 11.09.2010 10:59

Kann ich nur beipflichten. NEM ist ja eigentlich nur als Alternative aufgrund zu enger Radien interessant. Sicher hat keiner das Recht dem anderen zu erzählen wie er sein Hobby zu handhaben hat. Deshalb schaue ich mir trotzdem gerne die NEM-Loks auf Modultagen an. Für mich persönich allerdings sehe ich das sehr ähnlich und trifft besonders bei den Dampflokomotiven zu, daß NEM einfach nur grausam aussieht.

Wenn ich schon so großen Wert auf schöne Detailierung lege, dann ist das geradezu ein Sakreleg. Und wenn ich das weiter spinne, dann ist für mich auch ein Radius unter .. na ja, sagen wir 1,7m ... das gleiche dessen. Da würde ich dann eher eine großzügigere Rangierfläche anstreben, wenn ich keine größeren Radien stellen kann. 1pur ist natürlich die konsequentere Lösung, aber da muß in der Tat dann noch mehr stimmen. Und vor allem seitens der Hersteller müßte da etwas mehr Aufmerksamkeit entstehen. Aber von 1pur sind die zur Zeit noch zu weit weg. FS ist daher für mich der eigentliche Kompromiß, NEM dagegen nicht akzeptabel.

br03034

   

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