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Kranwagen Selbstbau

#1 von teka106l , 18.01.2011 16:13

Basteltipp:
Selbstbau eines Spur 1 Kranwagen.



Da es auf dem Markt bekanntlich keinen bezahlbarer Kranwagen in 1:32 für die „frühen Epochen“ gibt, habe ich mich zum Selbstbau eines solchen Wagen entschlossen. Es wird alles nur geklebt! Deshalb ist dieser Selbstbau, ohne weiteres, auch von einem Spur 1 „Neuling“ zu bewerkstelligen. Erwähnen möchte ich aber noch, dass es genau so ein Kranwagen sicherlich nie gegeben hat. Der Wagen ist also nichts für den echten „Nietenzähler“. Aber gerade deshalb, dass Sie hier ein Modell bauen, das nicht krampfhaft einem wirklich existierendem Wagen nachempfunden wurde, können Sie Ihrer Fantasie freien lauf lassen und unter Umständen auch Teile verwenden, die Sie noch in Ihrer Restekiste vorfinden, bzw. die verhältnismäßig günstig zu erwerben sind. Letztendlich ist der fertige Wagen aber eine Bereicherung für Ihre Anlage und sieht doch so aus, als wenn er wirklich existiert haben könnte, oder?

Sie benötigen, unter anderem, 3 Märklin Niederbordwagen, das Häuschen von der Märklin Bekohlungsanlage, die Ladefläche von einem Containertragwagen, verschiedene preiswerte, Auhagen Bauelemente, sowie weitere Kleinteile zum komplettieren.

Am günstigsten kommen Sie über ebay an die benötigten Märklin Einzelteile: ältere Niederbordwagen, incl. Ladegut, sowie komplette Container Tragwagen werden hier für unter 50,- € gehandelt. Anschließend können Sie die nicht benötigte Ladeflächen, die Bremserbühnen, sowie das Ladegut (oft ein LKW oder PKW), bzw. das Fahrgestell und der Container vom Containerwagen, wieder in „ebay“ verkaufen. Dafür erzielen Sie schnell wieder 20,- bis 30,- € pro Stück. Ich habe für meinen fertigen Kranwagen, außer einiger schöner Bastelstunden, weniger als 200,- € gezahlt.





2.)

Für das Fahrwerk benötigen Sie 2 Märklin Niederbordwagen-fahrgestelle: Sie schrauben den Aufbau ab und ziehen die Radsätze nach unten heraus. Die Bremserbüne können Sie nach dem ausklipsen der Bremskurbel, vorsichtig nach hinten heraus ziehen. Die Ladefläche, am Containertragwagen, schrauben Sie von unten ab. Meistens ist die Ladefläche aber noch zusätzlich verklebt. Sie gehen einfach mit einem kleinen Schraubenzieher zwischen Fahrgestell und Ladefläche und hebeln diese dann vorsichtig nach oben ab.

Jetzt trennen Sie an 2 Fahrgestellen hinten, also an den Seiten ohne Bremserbühnenaufnahme, den Rahmen hinter der 2. Querstrebe, an denen die Bremsklötze befestigt sind, ab. Von der Aussenkante der hinteren Pufferbohle bis zu der Trennstelle sind es 72 mm! Am besten können Sie das Fahrwerk mit der Laubsäge durchtrennen und die Flächen dann mit einem Stück feinem Schleifpapier, dass auf einer ebenen Unterlage liegt, plan schleifen. Eins der übrig gebliebenen Fahrgestellteile durchtrennen Sie jetzt ebenfalls rechts und links der Radaufnahmen. Die Trennschnitten erfolgen wieder jeweils hinter den Querstreben an denen die Bremsklötze befestigt sind. Anschließend schleifen Sie die Flächen ebenfalls plan. Das fertige Element mit Radaufnahmen ist dann 51mm lang. Besorgen Sie sich im Baumarkt eine Holzleiste 10 x 5 mm, schneiden Sie ein Stück von ca. 165 mm ab und streichen oder beizen Sie dies schwarz. Jetzt legen Sie die zwei 72 mm langen und das 51mm lange Fahrwerkteil auf eine ebenen Fläche. Fügen Sie die Holzleiste längs mittig „knirsch“ in das Fahrgestell, von oben, ein. Prüfen Sie ob alles genau passt. Beachten Sie unbedingt, dass hinter den Pufferbohlen noch ausreichend Platz für das Anbringen der Automatik- bzw. Schrauben- Kupplungen bleibt! Verkleben Sie dann die Kunstoffteile z.B. mit UHU Plast. Die Holzleiste kleben Sie am besten mit Sekundenkleber ein.



3.)

Kürzen Sie die Ladefläche von einem Containertragwagen, mit einem Teppichmesser auf 188 mm Länge. Dann kürzen Sie die seitlichen Verstärkungsrippen, unterhalb der Ladefläche, an den Innenseiten mit einem Teppichmesser noch jeweils um ca. 1mm und verschrauben Sie die Ladefläche anschließend mit dem Fahrgestell. Zur Not können Sie, anstelle der Container Ladefläche, aber auch eine 2 mm starke, auf das Maß von 188 x 88 mm zugeschnittene, Polysterol Platte verwenden. Auf diese Ladefläche kleben Sie passend zugeschnittene (86 mm lange), gebeizte Holzleistchen. Unter Umständen können Sie hier auch die Holzrührstäbchen von Mc Donalds verarbeiten. Kleben Sie, als Abschlussleiste, rundherum ein 1 x 1mm starkes Holzleistchen. Die Ecken der Holzleistchen (2 x 88, 2 x 188 mm lang), schneiden Sie mit einem Teppichmesser auf „Gehrung“. Stecken Sie die Radsätze wieder ein und komplettieren Sie die Pufferbohlen mit Rangier
- Griffen und -Tritten, mit Bremsschläuchen und den Kupplungen. Die Rangiergriffe können Sie übrigens leicht selbst aus 0,7 mm starkem starren Draht biegen. Die entsprechenden Bohrlöcher unterhalb der Puffer, zum Einstecken dieser Griffe, sind bereits vorhanden.

Jetzt bauen Sie aus den Konstruktionselementen von Auhagen den Kranausleger. Die Elemente sind normalerweise zum Bau von HO Hochspannungsmasten gedacht. Bei unserem Kranwagen können Sie diese sehr gut zweckentfremden und daraus, den sonst nur sehr schwierig zu erstellenden Kranausleger, mit wenig Aufwand, bauen. Die Elemente werden unter den Bestell Nr: 212817, 212813, 212810 u. 212816 vertrieben. Sie benötigen von jeder Bestellnummer eine Packung. Sie bekommen Diese, für ca. 3,- bis 6,- €, pro Packung, auch bei Conrad – Elektronik. Mit dem Plastikkleber z.B.„Revell Professional“ kleben Sie die einzelnen Elemente zusammen. Das erste Element, unten am Kranhaus, schneiden Sie, mit einem Teppichmesser“ entsprechend zu und verstärken es, von innen mit einer 1mm starken, zugeschnittenen, Polysterol Platte. Die Platten und auch die Elemente können Sie am besten mit einem Teppichmesser zuschneiden. Bei Conrad bekommen Sie auch einen Großteil der Ausstattungsteile, wie: Umlenkrollen, Zahnräder und Kabelrollen (im Kranhaus) usw., sowie die Polysterol Platten.


4.)

Als Kranhaus verwenden Sie das Häuschen von der Märklin Bekohlungsanlage. Für die Bekohlungsanlage, wiederum, verwenden Sie dann ein selbst gebautes Häuschen, dass dort auch besser passt. Die Bauanleitung hierfür folgt in einer spätern Basteltipp. Als „Kanauslegertragwagen“ verwenden Sie einen normalen Märklin Niederbordwagen mit Bremserhäuschen. Auf der Ladefläche werden, wie beim Kranwagen auch, die auf 81mm Breite zugeschnittenen und gebeizte Holzleistchen mit Sekundenkleber aufgeklebt. Das Kranauslegerauflage - Element (was für ein Wort) bauen Sie ebenfalls aus einem „Hochspannungsmastteil“ (Packung Nr.:212816).

Dann komplettieren Sie alles noch mit verschiedenen Anbauteilen und Abziehbildern aus Ihrer „Restekiste“: Am Kranwagen kleben auf beiden Seiten unten zwischen jeweils 2 der Verstärkungsrippen ein Plastikstreifen von ca. 10 x 47 mm auf dem Sie dann Zettelkästen z.B. von Hübner kleben. Der Schornstein an dem Kranhausrückseite ist ein passend zugeschnittener Strohhalm. Die Gegengewichte hinter dem Kranhaus sind ebenfalls aus der 10 x 5 mm Holzleiste jeweils 55 mm lang, geschnitten. Auf dem Dach habe ich noch einen HO Holzsteg, als Handlauf einen passend gebogenen Draht, 2 Locklaternen, einen Ausgleichsbehälter und als Seilzugrolle 2 zusammengeklebte 1:35 Leiterwagenräder genommen. Die Kabeltrommel im Kranhaus ist übrigens auch eine HO Kabelrolle die unverändert übernommen werden konnte. Links und rechts von der Eingangstür habe ich 2 passend gebogene Drähte als Handlauf eingesetzt. An dem Kranwagenhaus habe ich dann noch verschiedene Stromverteiler-kästen angebracht, sowie die gekürzte Leiter der Bekohlungsanlage geklebt. Seitlich habe ich noch ein Ölfass, mit Hilfe eines Elementes Nr.:212810, angebracht. Als Typenschild habe ich seitlich 2 geätzte Messing Schilder angeklebt. Auf dem Wagenboden befinden sich dann noch verschiede offene Kisten mit Abstützwerkzeug. Diese stammen aus einem alten 1:35 Militärbausatz.


5.)
Die Ladefläche der Auslegertragwagen bestücken Sie dann noch lose mit 2 Auhagen Elementen 212817, verschiedenen Holzkisten, Öl – und Holz – Fässern, ein paar Zahnräder und eine Baggerschaufel von einem 1:55 Siku Bagger. Die feinen Drahtseile bekommen Sie übrigens im Angler – Bedarfs – Geschäft. Sie werden dort unter dem seltsamen Namen: „Vorgelege“, für ein paar Cent, verkauft. Sie werden in Ihrer Restekiste sicherlich noch zusätzlich einiges finden, dass Sie hier als Ladegut verwenden können.

Wenn Sie das ganze dann noch perfektionieren wollen können Sie im Kranhaus noch Beleuchtung und an der Rückseite eine rote 5mm LED anbringen. Von außen stecken Sie eine 1:32 Schlußlichtlaterne
(z.B. von Besig) auf. Wenn Sie das Kranhaus beleuchten wollen, dann lassen Sie am besten die Fensterscheiben, wie bei meinem Kranwagen, weg. Man kann dann viel besser die „Technik“ im Inneren bewundern. Als Stromabnehmer habe ich, zwischen den Rädern der mittleren Achse, die Kohlebürsten von LGB, Lehmann Best.Nr.: 63193, geklebt. Um dem Wagen ein wirklich realistisches Aussehen zu verschaffen „altern“ Sie den Wagen, nach dem Lackieren, am besten nach der Methode von Herrn Axel Henkenjohann. Das ist von jedem, mit verhältnismäßig wenig Aufwand und geringem Materialeinsatz, zu bewerkstelligen. Ausführlich beschreibt dies Herr Henkenjohann in seiner Alterungs- und Bemalungs – Illustration: „Altern, Patinieren und Verwittern – Authentische Betriebsspuren an Eisenbahn - Modellen“.

Sollten noch Fragen zum Bau des Kranwagen auftauchen bzw. zur „Alterung, Lackierung oder Superung“ oder zu den Anbauteilen, dann schicken Sie mir bitte ein eMail, ich werde Ihnen dann kurzfristig antworten:
teka106@mx.de

Viel Spaß beim Nachbau wünscht Euch
teka106

p.s. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Fotos von Ihrem selbst gebauten Kranwagen zusenden oder zumailen würden.

Angefügte Bilder:
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Kranwagen Selbstbau

#2 von teka106l , 18.01.2011 17:11

Kranwagen für die frühe Epochen

Angefügte Bilder:
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PATINIEREN: Interessante Links zum Thema "Alterung"
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