+++ KISS Re 6/6 (Foto: Scio) Anlage Jorissen

Bauberichte

Thema: PATINIEREN; hier: Die "Rost-Kur"!

 von Scio , 09.09.2016 14:38

Hallo -
bekanntermaßen bin ich ein großer Freund verwitterter Modelle, die möglichst realistisch ausschauen sollen. Einen Teil solcher Modelle stellte ich bereits hier im Forum vor. Dabei liegt mir jeder irgendwie geartete Wettbewerb mit anderen Kollegen, die ebenfalls Modelle verwittern, völlig fern. Ich patiniere nur privat, und zwar Reichsbahn in Spur I, Rhätische Bahn in 0m und US in Spur 0.

Leider ist einer der fähigsten deutschen Patinierer, Axel Henkenjohann, verstorben (requiescat in pace!).

Ich kannte ihn und schaute ihm "mit den Augen stehlend" zu. Er vertrat die Meinung, dass man sich stets konkret zur Stimmigkeit am Vorbild zu orientieren hat, aber letztlich das Patinierergebnis primär dem Modellbesitzer gefallen muss.

Foto-Copyright by A. Henkenjohann;
hier urheberrechtlich zulässig abgebildet (seinerzeitige Genehmigung) - das Foto ist nicht frei verfügbar -




Da sage noch jemand - angesichts solcher Beispiele, dass es sich um "Spielzeug" (im abwertenden Sinne!) handelt.
> Man beachte den dezenten Rostschleier!





Zu den wahren (aktuellen) Künstlern zählen m. E. im Modellbahnbereich der Niederländer Becasse sowie der US-Amerikaner Don Smith. Sie besitzen das "richtige Auge", "ein begnadetes Händchen" und absolutes Talent.

Letztlich ist das Verwittern - wie so vieles im Modellbahnbereich - Ansichtssache bzw. auch eine Geschmacksfrage, ob man seine Modelle "versaut" oder nicht. Für jede Richtung gibt es Argumente.



Auch eine Frage des Geschmacks:

"Frisch" oder "dreckig" - eine Gegenüberstellung.
> KM1-BR-18520 der Reichsbahn (Epoche IIc) meisterlich patiniert als Auftragsarbeit von Th. Schoknecht:





Für mich persönlich aber zählt z. B. das (einerseits verständliche!) Argument nicht, das da lautet: "Wenn ich verkaufen will, bekomme ich bestimmt weniger für ein verwittertes Modell!"
Zugegeben: Wenn das Modell wirklich im negativen Sinne "versaut" ist, mag das so sein.

Andererseits kaufe ich meine Modelle für mich, ich will Freude damit haben - und ein Verkauf mag irgendwann anstehen, doch das ist mir ziemlich egal, wie dann die Chancen stehen. Wer stets beim Kauf an das Verkaufen denkt, verpasst möglicherweise ein Stück Kreativität, das mit dem (eigenen) Verwittern von Modellen einhergeht. Ich kann insofern nur jeden ermuntern, mit einem preisgünstigen Modell als Muster anzufangen und Erfahrungen zu sammeln.

Vielfach ist "Rost" ein Thema, denn was wirkt realistischer als Rost?

Allerdings muss Rost am Modell vorbildgerecht sein im Hinblick auf den Gebrauchszustand, die Epoche und die Bahngesellschaft. Man bedenke: Schrottreif patinierte Modelle mit extrem viel Rost fahren in der Realität nicht mehr, sie werden abgestellt und abgewrackt. Auch die Bahngesellschaft spielt eine nicht unwesentliche Rolle: Bei der DRG waren die Vorbilder im Wesentlichen gepflegt, bei der DRB in Epoche IIc dagegen (während des WWII) sah man auch ziemlich verlottertes Rollmaterial - ebenso wie in der Epoche IIIa.


Ich will im Folgenden mein Farbmaterial vorstellen und ein paar Beispiele für eine "Rost-Kur" geben. Dies alles ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit oder gar "Perfektion"!


Zunächst ein Beispielfoto aus dem richtigen "Rostleben":



Wird fortgesetzt!


Slàn leat!
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